Das Schreiben im Präsens kann für viele Autoren eine Herausforderung sein. Viele Autoren tun sich mit der Unmittelbarkeit und Frische schwer, die dieser Stil erfordert. Wie vermittelt man Handlung, während sie geschieht, ohne in die Vergangenheit oder Zukunft abzugleiten?
Die Lösung liegt im Verständnis der Regeln und Nuancen des Präsens. In diesem Artikel erfahren Sie anhand praktischer Tipps, Beispiele und bewährter Methoden, wie Sie effektiv im Präsens schreiben.
Inhaltsverzeichnis
Die Grundlagen der Gegenwartsform
Bevor wir uns mit den Feinheiten befassen, klären wir zunächst die Bedeutung der Gegenwartsform. Die Gegenwartsform beschreibt Handlungen, die gerade stattfinden. Sie kann gewohnheitsmäßige Handlungen, laufende Ereignisse oder universelle Wahrheiten umfassen. Hier ist ein kurzer Überblick über die Formen der Gegenwartsform:
1. Präsens: Beschreibt gewohnheitsmäßige Handlungen.
- Beispiel: „Sie geht zum Laden.“
2. Präsens Continuous (Progressiv): Beschreibt laufende Aktionen.
- Beispiel: „Sie geht zum Laden.“
3. Abgeschlossene Gegenwart: Bezeichnet eine Handlung, die zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit stattgefunden hat, aber für die Gegenwart relevant ist.
- Beispiel: „Sie ist zum Laden gelaufen.“
4. Präsens Perfekt Kontinuierlich: Hebt Aktionen hervor, die in der Vergangenheit begonnen haben und bis in die Gegenwart andauern.
- Beispiel: „Sie ist zum Laden gelaufen.“
Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Schreiben im Präsens
Um die Gegenwartsform zu beherrschen, befolgen Sie diese Schritte:
1. Identifizieren Sie Ihren Zweck:
- Warum schreiben Sie im Präsens? Wenn Ihr Ziel darin besteht, Unmittelbarkeit und Engagement zu erzeugen, ist das Präsens ideal.
2. Wählen Sie die passende Geschenkform:
- Wählen Sie je nachdem, was Sie ausdrücken möchten, zwischen einfach, kontinuierlich, perfekt oder perfekt kontinuierlich.
3. Einheitliche Stimme:
- Behalten Sie im gesamten Text eine einheitliche Zeitform bei, es sei denn, es gibt einen triftigen Grund für eine Änderung. So bleibt der Leser geerdet.
4. Verwenden Sie Aktionsverben:
- Aktionsverben verleihen Dringlichkeit und Klarheit. Ersetzen Sie schwächere Verben durch dynamischere.
- Beispiel: Statt „Sie hat einen kleinen Hund“ versuchen Sie es mit „Sie besitzt einen kleinen Hund, der laut bellt.“
5. Sensorische Details einschließen:
- Sprechen Sie die Sinne Ihres Lesers an. Beschreiben Sie, was die Figuren im Moment sehen, hören und fühlen.
- Beispiel: „Der Kaffee brüht langsam und erfüllt die Luft mit seinem reichen Aroma.“
6. Am Dialog teilnehmen:
- Verwenden Sie Dialoge in der Gegenwartsform, um in Interaktionen Unmittelbarkeit zu erzeugen.
- Beispiel: „Er sagt: ‚Lass uns in den Park gehen.‘“
7. Regelmäßig üben:
- Nehmen Sie sich jeden Tag Zeit, um das Schreiben in der Gegenwartsform zu üben. Schreiben Sie Kurzgeschichten oder Tagebucheinträge, die sich ausschließlich auf diese Zeitform konzentrieren.
Vor- und Nachteile des Schreibens im Präsens
Vorteile
- Unmittelbarkeit und Engagement: Die Präsensform kann Ihrem Schreiben mehr Dringlichkeit und Spannung verleihen. Leser haben oft das Gefühl, die Geschichte gemeinsam mit den Figuren zu erleben.
- Flexibilität im Erzählstil: Sie können flüssiger in die Gedanken und Gefühle der Charaktere eintauchen und so eine engere Verbindung zu ihren Erfahrungen herstellen.
Nachteile
- Begrenzter Spielraum für Hintergrundgeschichte: Die Präsensform kann die Hintergrundgeschichte einschränken. Der Leser benötigt möglicherweise mehr Kontext, um die Motivationen der Charaktere zu verstehen.
- Verwechslungsgefahr: Wenn die Gegenwartsform nicht sorgfältig verwendet wird, kann sie Leser verwirren, die eine chronologische Erzählstruktur erwarten.
Best Practices für das Schreiben im Präsens
1. Beispiele lesen:
- Untersuchen Sie Werke, die im Präsens geschrieben sind. Bücher wie „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins oder „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green verwenden effektiv das Präsens.
2. Vermeiden Sie die übermäßige Verwendung von Endlosformularen:
- Während die Präsensform ein Gefühl von Aktion vermittelt, kann übermäßiger Gebrauch das Schreiben träge wirken lassen. Mischen Sie einfache Präsensformen für Abwechslung und Schlagkraft.
3. Bleiben Sie der Charakterstimme treu:
- Jede Figur hat möglicherweise eine einzigartige Sprechweise. Ihre Dialoge und Gedanken sollten dies widerspiegeln und gleichzeitig in der Gegenwartsform bleiben.
4. Fokus auf Echtzeitreflexion:
- Charaktere können in Echtzeit über ihre Gedanken oder ihre Umgebung nachdenken, was Tiefe verleihen kann, ohne in die Vergangenheitsform abzudriften.
Häufige Fehler beim Schreiben im Präsens
1. Inkonsistente Verwendung der Zeitformen:
- Der Wechsel zwischen Präsens und Vergangenheit kann die Leser verwirren. Behalten Sie in Ihrem Text einen konsistenten Ansatz bei.
2. Vernachlässigung von Aktionsverben:
- Die Verwendung vager oder schwacher Verben kann die Wirkung abschwächen. Statt „Die Tür ist offen“ sagen Sie „Die Tür steht angelehnt.“
3. Charakterisierung vergessen:
- Charaktere benötigen möglicherweise mehr Tiefe als nur ihre momentanen Handlungen. Verwenden Sie die Gegenwartsform, um Motivationen und Hintergründe näher zu erläutern, ohne in die Vergangenheitsform zurückzugreifen.
4. Übermäßig komplexe Sätze:
- Manchmal denken Autoren, komplexer sei besser. Einfache Sätze können im Präsens wirkungsvoller sein und helfen, ein schnelles Tempo beizubehalten.
Praktische Anwendungen des Schreibens in der Gegenwartsform
Stellen Sie sich vor, Sie erzählen einen Tag im Leben einer Figur. Die Verwendung der Gegenwartsform erweckt ihre Erlebnisse zum Leben. Stellen Sie sich vor, Sie schreiben über Maya, eine Highschool-Schülerin, die sich durch den Unterricht und Freundschaften kämpft.
Anstatt zu sagen: „Maya ging in den Matheunterricht“, würden Sie schreiben: „Maya betritt den Matheunterricht, ihr Herz rast, während sie den Raum nach vertrauten Gesichtern absucht.“ Dieser Ansatz lässt den Leser in Mayas Erfahrung verwurzelt sein und bezieht ihn in ihre Gedanken und Gefühle von Moment zu Moment mit ein.
Hier ein weiteres Beispiel. Bei einer Kochszene könnte man schreiben: „Der Ofen brummt, während Sarah Gemüse schneidet. Sie streut Salz in den brodelnden Topf, dreht die Hitze herunter und beobachtet, wie die Soße eindickt.“ Dieser Stil hält Spannung und Unmittelbarkeit aufrecht und regt den Leser an, sich jeden Schritt vorzustellen.
Umsetzbare Tipps, wenn Sie in der Vergangenheitsform feststecken
Wenn Sie häufig feststellen, dass Sie in die Vergangenheitsform abrutschen, können Ihnen diese Tipps dabei helfen, wieder in die Gegenwart zurückzufinden:
1. Visuelle Erinnerungen:
- Platzieren Sie Haftnotizen mit der Aufschrift „Schreiben Sie in der Gegenwart!“ an Ihrem Arbeitsplatz. Dies kann als hilfreiche Anregung dienen.
2. Schreiben Sie erste Entwürfe frei:
- Lassen Sie Ihren ersten Entwurf natürlich fließen und überprüfen Sie ihn dann während des Überarbeitungsprozesses auf Spannungskonsistenz.
3. Legen Sie ein Zeitlimit fest:
- Fordern Sie sich selbst heraus und schreiben Sie innerhalb einer bestimmten Zeit einen kurzen Text ausschließlich im Präsens. Diese Übung kann Ihre Konzentration und Ihre Ausdrucksstärke verbessern.
4. Vorlesen:
- Das Hören Ihres Textes kann Probleme mit der Zeitform aufdecken. Es kann auch hilfreich sein, auf den Rhythmus der Gegenwartsform zu achten, um deren korrekte Anwendung zu unterstützen.
5. Üben Sie mit Eingabeaufforderungen:
- Verwenden Sie Schreibanlässe, die sich auf Szenarien in der Gegenwart konzentrieren. Dies kann die Kreativität anregen und Sie gleichzeitig dazu zwingen, im Hier und Jetzt zu denken.
Die Verwendung der Gegenwartsform in Ihren Texten kann ein immersives Erlebnis für Ihre Leser schaffen und ihnen das Gefühl geben, mitten im Geschehen zu sein. Mit konsequenter Übung und dem Bewusstsein für häufige Fallstricke können Sie mühelos fesselnde Erzählungen verfassen, die sich in Echtzeit abspielen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf – mit der Kraft der Gegenwartsform!
Schreiben im Präsens: Fehlerbehebung bei häufigen Problemen
Beim Schreiben im Präsens ist Klarheit entscheidend. Hier sind häufige Probleme und ihre Lösungen.
- Verwirrende Verbformen
Autoren verwechseln oft Verbformen, was zu einem Wechsel der Zeitform führen kann. Schreiben Sie beispielsweise nicht „Sie liest gerne und hat jeden Moment genossen“, sondern „Sie liest gerne und genießt jeden Moment“. Überprüfen Sie Ihre Sätze, um sicherzustellen, dass alle Verben im Präsens stehen. Achten Sie auf Hilfsverben wie „ist“ und „sind“, da sie den Verlauf bilden. - Übermäßig komplexe Sätze
Manchmal versuchen Autoren, zu viel in einen Satz zu packen, was zu einem Spannungsdurcheinander führt. Statt „Er geht zum Laden und wird Milch kaufen“ könnte man beispielsweise „Er geht zum Laden und kauft Milch“ schreiben. Einfach, direkt Sätze halten den Fokus auf die aktuelle Handlung zu richten und Verwirrung zu vermeiden. - Falsche Zeitangaben
Zeitangaben müssen zur Zeitform passen. Wenn Sie schreiben: „Morgen gehe ich zum Meeting“, ist das gut! Aber zu sagen: „Gestern gehe ich zum Meeting“, funktioniert nicht. Bleiben Sie stattdessen bei der Gegenwartsform mit passenden Zeitangaben, wie z. B. „Heute gehe ich zum Meeting“ oder „Jetzt beginne ich das Meeting“. - Inkonsistente Subjekt-Verb-Kongruenz
Achten Sie darauf, dass Subjekt und Verb in Zahl und Zeitform übereinstimmen. Ein häufiger Fehler tritt in Sätzen wie „Das Team gewinnt das Spiel“ auf. Die korrekte Version lautet: „Das Team gewinnt das Spiel.“ Achten Sie immer darauf, dass Subjekt und Verb in der richtigen Reihenfolge stehen. - Perspektiven wechseln
Der Wechsel zwischen der ersten, zweiten oder dritten Person kann Leser verwirren. Ein Satz wie „Du gehst mit dem Hund spazieren, und dann gibt sie ihm ein Leckerli“ kann unklar werden. Bleiben Sie bei einer Perspektive, z. B. „Ich gehe mit dem Hund spazieren, und dann gebe ich ihm ein Leckerli“, um die Konsistenz zu wahren. - Dialoge einbeziehen
Verwenden Sie Dialoge im Präsens, um authentisch zu wirken. Beispielsweise funktioniert „Sie sagt: ‚Mir geht es heute super‘“ besser als „Sie sagte: ‚Ich habe mich heute super gefühlt.‘“. Achten Sie darauf, dass der Dialog die Unmittelbarkeit der gegenwärtigen Erfahrung widerspiegelt und gleichzeitig mit der umgebenden Erzählung synchron bleibt. - Passiv verwenden
Passiv kann das Schreiben im Präsens beeinträchtigen. Anstatt zu sagen: „Das Buch wird von ihm gelesen“, verwenden Sie das Aktiv: „Er liest das Buch.“ Das hält den Text dynamisch und passt sich effektiv an das Präsens an.
Indem Sie diese allgemeinen Probleme ansprechen, schaffen Sie eine klare und ansprechende Erzählung in der Gegenwartsform, die bei den Lesern Anklang findet.
Häufig gestellte Fragen (FAQs) zum Schreiben im Präsens
F. Was ist die Gegenwartsform beim Schreiben?
A. Das Präsens beschreibt Handlungen, die gerade stattfinden oder gewohnheitsmäßig sind. Es verwendet oft Verben wie „rennen“, „springen“ oder „denken“.
F: Wie erkenne ich Verben im Präsens?
A. Verben im Präsens enden in der dritten Person Singular normalerweise auf „s“ (er rennt, sie springt) und haben die Grundform für andere Subjekte (ich renne, wir springen).
F: Kann ich beim Geschichtenerzählen die Gegenwartsform verwenden?
A. Ja! Die Gegenwartsform kann Geschichten unmittelbar und fesselnd machen und den Leser mitten in die Handlung hineinziehen, während sie sich entfaltet.
F: Ist die Gegenwartsform für wissenschaftliche Texte angemessen?
A. Ja, in vielen wissenschaftlichen Arbeiten wird bei der Diskussion von Theorien, Erkenntnissen oder Fakten die Gegenwartsform verwendet, da diese immer wahr sind.
F: Welche Arten der Gegenwartsform gibt es?
A. Die drei Haupttypen sind Simple Present (ich esse), Present Continuous (ich esse) und Present Perfect (ich habe gegessen).
F: Wie stelle ich meine Schreibweise von der Vergangenheitsform auf die Gegenwartsform um?
A. Setzen Sie die Verben in die Gegenwartsform um und achten Sie darauf, dass der Kontext für die aktuelle Handlung oder den aktuellen Zustand relevant bleibt.
F: Gibt es Genres, die die Gegenwartsform bevorzugen?
A. Jugendromane, Thriller und einige literarische Werke verwenden häufig die Gegenwartsform, um Dringlichkeit und Zusammenhang zu erzeugen.
F: Kann ich in meinen Texten die Gegenwartsform mit anderen Zeitformen mischen?
A. Ja, aber seien Sie dabei vorsichtig. Stellen Sie sicher, dass die Übergänge klar und deutlich sind und einen Zweck erfüllen, z. B. durch die Einbindung von Rückblenden in die Vergangenheitsform.
F: Welche Vorteile bietet das Schreiben in der Gegenwartsform?
A. Das Schreiben in der Gegenwartsform kann ein Gefühl der Unmittelbarkeit erzeugen, den Leser fesseln und dafür sorgen, dass die Erfahrungen der Charaktere nachvollziehbarer werden.
F. Wie kann ich das Schreiben in der Gegenwartsform üben?
A. Beginnen Sie damit, Ihre täglichen Aktivitäten in der Gegenwartsform aufzuschreiben oder Szenen aus Ihren Lieblingsbüchern in der Gegenwartsform neu zu schreiben, um sich wohler zu fühlen.
Fazit
Das Schreiben im Präsens verleiht Ihrem Geschichtenerzählen Dynamik. Es fesselt die Leser und lässt Ihre Erzählung unmittelbar wirken. Achten Sie auf Konsistenz, konzentrieren Sie sich auf die aktive Form und lassen Sie Ihr Publikum in den Moment eintauchen. Das Üben dieser Techniken macht Ihr Schreiben lebendiger und nachvollziehbarer. Jetzt legen Sie los und erwecken Sie Ihre Geschichten im Hier und Jetzt zum Leben!

