Der Begriff „Royal Octavo“ bezeichnet im Druckwesen ein Buchformat, bei dem jedes Blatt Papier dreimal gefaltet wird, sodass acht Blätter (32 Seiten) entstehen. Nach dem Falten werden diese Blätter zugeschnitten und als Teil des fertigen Oktavbuchs verwendet – daher der Name, der im England des 15. Jahrhunderts entstand, als der königliche Drucker dieses Format verwendete.
Das Royal-Oktavformat war ein frühes Format für gedruckte Bücher wie die Gutenberg-Bibel. Auch die ersten gedruckten Ausgaben von William Shakespeares Stücken wurden im Royal-Oktavformat gedruckt; dessen Verwendung hielt bis ins 20. Jahrhundert an.
Das Royal-Oktavformat ist kleiner als seine Pendants, das Folio- und das Quartoformat, bei denen jedes Blatt zweimal gefaltet wird, um acht Seiten zu erhalten. Darüber hinaus unterscheidet sich das Royal-Oktavformat auch dadurch, dass jedes Blatt einmal gefaltet wird, sodass vier Blätter (acht Seiten) entstehen.
Bücher im Royal Octavo-Format eignen sich ideal für Bücher, die in ihrer Größe zwischen zwei Extremen liegen: Sie müssen leicht zu transportieren sein, platzsparend im Regal aufbewahrt werden können und sich leicht binden lassen.
Das Format Royal Octavo entspricht möglicherweise nicht mehr den heutigen Erwartungen. Man findet es aber weiterhin bei großformatigen Büchern wie Bibeln und Wörterbüchern. Auch Sammlerausgaben oder limitierte Editionen verwenden mitunter Royal Octavo.
Das Royal-Octavo-Format war eine bahnbrechende Innovation in der Geschichte des Buchdrucks. Durch die Standardisierung von Papiergröße und Seitenrändern ermöglichte dieses Format einen kostengünstigeren und präziseren Buchdruck als je zuvor – was den Zugang zu Literatur erweiterte und die Alphabetisierung und Bildung in der gesamten Gesellschaft förderte. Darüber hinaus prägte dieses revolutionäre Format die Gesellschaft über Jahrhunderte, da seine physische Form zum Standard wurde.

