Eine Emulsion entsteht durch das Mischen zweier oder mehrerer nicht mischbarer Flüssigkeiten, wobei sich eine Komponente durch feinste Tröpfchen in der anderen dispergiert. Emulsionen gehören zur Klasse der Zweiphasensysteme, den Kolloiden, und gelten nur dann als Emulsionen, wenn sowohl die dispergierte als auch die kontinuierliche Phase flüssig sind. Obwohl die Begriffe Kolloide und Emulsion oft synonym verwendet werden, dispergiert sich in einer Emulsion eine Komponente in beiden aufeinanderfolgenden Phasen; die dispergierten Komponenten setzen sich in keiner der Phasen ab; zwischen beiden Phasen herrscht ausreichende Grenzflächenspannung, um eine Phasentrennung zu verhindern; die Tröpfchen der dispergierten Phase haben typischerweise einen Durchmesser von etwa 1 Mikrometer (µm).
Der Name Emulsion leitet sich vom lateinischen „lac“ ab, dem bekanntesten Emulsionstyp. Milch besteht aus Fetttröpfchen in Wasser; Butter enthält Wasser in Fett, während Margarine Öl in Fettform enthält. Emulsionen werden in Lebensmitteln wie Mayonnaise, Salatdressings, Brotaufstrichen und Eiscreme häufig verwendet und sind sogar in Kosmetika und pharmazeutischen Produkten zu finden.
Viele Faktoren können eine Emulsion destabilisieren und dazu führen, dass sich ihre dispergierte Phase zusammenlagert und sich von ihrer kontinuierlichen Phase trennt, wie z. B. Temperatur- oder pH-Wert-Schwankungen, die Zugabe bestimmter Verbindungen oder mechanisches Rühren.
Emulsionen werden im Druckwesen verwendet, um Halbtonbilder (Graustufen) und Farbfotos zu erzeugen. Bei der Lithografie wird eine ölbasierte Druckfarbe in Wasser dispergiert, bevor sie auf eine Druckplatte aufgetragen wird. Hydrophobe (wasserabweisende) Druckfarbe haftet an der Oberfläche, während hydrophiles (wasseranziehendes) Wasser mit der Zeit verdunstet und schließlich durch Farbübertragung von der Druckoberfläche auf das Papier gelangt.
Bei Tiefdruckverfahren wie Gravur und Radierung wird eine Emulsion aus Wachs oder Harz verwendet, um die nicht zu bedruckenden Bereiche der Druckplatte zu schützen. Nach dem Auftragen der Farbe auf diese Bereiche wird der Überschuss entfernt, bevor die Platte in die Druckpresse eingelegt wird. Dort läuft Papier darüber und nimmt dabei Farbe von den Gravuren oder Radierungen auf.
Bei der Offsetlithografie werden Druckplatten verwendet , die nach der Belichtung mit lichtempfindlichem Material beschichtet werden. Dieses Material härtet nur die Bereiche aus, die auf der lichtempfindlichen Beschichtung der Platte weiß bleiben sollen. Die Entwicklung erfolgt später durch Abtragen der nicht gehärteten Bereiche.

