Als Wappeneinband bezeichnet man jeden Bucheinband (typischerweise aus Leder, manchmal aber auch aus Stoff), der mit dem Wappen seiner Besitzer versehen ist.
Wappengebundene Bucheinbände bezeichnen Einbände, die mit einem aufwendigen Wappen verziert sind. Diese Einbände waren im 16. und 17. Jahrhundert beliebt und wurden häufig für Gesetzbücher oder offizielle Texte verwendet. Auch heute noch wird dieser Stil von Buchbindern angewendet, ohne dass er zu den eigentlichen Buchbinderdienstleistungen gehört. Der Begriff „Wappengebunden“ kann sich auch auf Einbände beziehen, die mit Elementen verziert sind, die nicht unbedingt in den Bereich der Buchbinderei fallen – obwohl kein direkter Zusammenhang zwischen Wappen und Wappen besteht. Buchbinderei und Wappen werden hier vorausgesetzt.
Die Ursprünge des Wappeneinbandes bleiben rätselhaft; eine Theorie besagt, dass er in England entstand, wo Buchbinder begannen, Einbände mit Wappen ihrer Kunden zu verzieren; eine andere behauptet, er habe in Frankreich begonnen, wo Buchbinder illustrierte Einbände mit Elementen französischer Monarchen als Dekoration. Wo auch immer der Ursprung liegt, Wappeneinbände sind dort und weltweit äußerst beliebt geworden.
Waffen wurden oft zur Dekoration verwendet Buchumschläge, Buchrücken und Vorsatzblätter. Manchmal zierten ganze Einbände aufwendige Wappen; in anderen Fällen wurde ein Zierrand mit Wappen als Dekoration angebracht.
Wappeneinbände erfreuten sich während der Renaissance großer Beliebtheit, da Bücher damals oft mit prunkvollen Einbänden versehen waren, um Reichtum und Status zu demonstrieren. Wappenbücher wurden so zu wertvollen Geschenken oder Ausstellungsstücken wohlhabender Gönner, die sie als Prunkstücke in Auftrag gaben. Heute schätzen Sammler und Wissenschaftler Wappeneinbände wegen ihres historischen Wertes und ihrer Schönheit.
Wappenbindungen werden zwar heutzutage nicht mehr häufig verwendet, finden aber gelegentlich noch Anwendung bei der Herausgabe von Sonderausgaben.

